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Floßbau ist auch eine Form von Pädagogik

Mittelbayerische Zeitung vom 18.06.1999

 

Von Isabel Bauer

 

 

Floßbau ist auch eine Form von Pädagogik

Zehn junge Sozialarbeiter absolvieren Erlebnistraining am Regen / Abenteuer statt Bücher büffeln

 

 

Nittenau. Erlebnispädagogik auf dem Regen: Drei Tage lang haben zehn junge Sozialarbeiter und Heilpädagogen aus Deutschland und Österreich eine Flußfahrt mit einem selbstgebauten Floß unternommen. Das Projekt des Regensburger „KAP-Instituts“ ist Teil einer zweijährigen Zusatzausbildung, die die Teilnehmer derzeit absolvieren.

 

Zunächst galt es am Mittwoch für die zehn Teilnehmer unter der Anleitung von Peter Alberter, dem Projektleiter und Organisator, aus Holz und anderen Materialien ein Floß zu bauen. Ein gar nicht so leichtes Unterfangen, wie sich herausstellte. Am späten Nachmittag präsentierten die jungen Pädagogen stolz ihre „schwimmenden Untersätze“. Nach getaner Arbeit hieß es dann erst einmal entspannen auf dem Nittenauer Campingplatz bei gegrillten Forellen vom Lagerfeuer. Auch Bürgermeister Rudolf Heininger startete den „jungen Abenteurern“ am Mittwoch einen kurzen Besuch ab.
Am Donnerstag stachen die zehn Teilnehmer vom Campingplatz aus „in See“ und paddelten mit vereinten Kräften bis zum Mariental, wo sie die Nacht auf dem Floß verbrachten. Geschützt vor Wind und Wetter waren sie durch Schlafsäcke und Isomatten. Gegen den Regen waren sie mit einer riesigen Plastikplane gewappnet.
Dieser Lehrgang im Bauen eines Floßes und im detaillierten Vorbereiten einer Flußwanderung fand im Rahmen einer zweijährigen Zusatzausbildung für Erlebnispädagogik in der Kinder-und Jugendpsychatrie unter der Leitung von Peter Alberter, vom Kap Institut, einem Verein unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, statt. Neben methodischen Prinzipien und einem Sicherheitskonzept werden pädagogische Ziele definiert und auf ihre Wirkungsweise hin überprüft. Der Inhalt dieser Zusatzausbildung erstreckt sich von der Darstellung und praktischen Durchführung erlebnispädagogischen Grundlagen über innovative Möglichkeiten im Outdoorbereich bis hin zu neuen erlebnisintensiven Methoden, die speziell für die Weiterbildung Erlebnispädagogik konzipiert sind, heißt es in einem Infoblatt des Kap-Institutes.
Außerdem bietet das Kap-Institut neben kooperativen Abenteuerprojekten, och Projekte für Kinder und Jugendliche an, die zum Beispiel psychische Störungen aufweisen. Bei diesen Projekten versuchen die Erlebnispädagogen das Kind oder den Jugendlichen zum Beispiel durch einen Abenteuerurlaub mental zu erreichen, um ihn dann langsam in ein „normales Leben“ führen zu können. In diesen Bereich der Jugendarbeit hat das Kap Institut mit Sitz in Regensburg bereits drei bundesdeutsche Preise gewonnen. Der dritte Schwerpunkt wird auf Outdoortrainings. Dazu erarbeiten die Pädagogen zum Beispiel einen Plan für ein Erlebniswochenende für die Belegschaft einer Firma, bei der das Betriebsklima verbessert werden soll. Nächstes Jahr, so Peter Alberter, sind Projekte in der Altenpflege und Behindertenhilfe geplant.

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